Susana Kessler

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Loslassen ist eine Kunstform sowie eine der Lehren des Yoga.

Die Praxis des Yoga (immer verstanden als die Reihe von Asanas, Pranayama und Meditation) lehrt uns, alte Emotionen und alte mentale Muster loszulassen und in der Gegenwart zu leben.

Yoga ermöglicht es dir, Ruhe im Geist zu erreichen und das Nervensystem wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Das Ziel des Yoga ist in der Tat nicht das Erreichen der perfekten Pose, sondern die Beendigung der Schwingungen des Geistes.

Wenn wir üben, konzentrieren wir uns auf den Atem, der Geist beruhigt sich und wir können alte Spannungen und einschränkende Muster loslassen.

In unserem täglichen Leben sind wir so daran gewöhnt, eine Verpflichtung nach der anderen zu erledigen, dass wir, wenn wir innehalten, eine Pause machen oder versuchen, uns zu entspannen, es nicht vollständig tun können. Der Geist ist weiterhin von Gedanken durchdrungen und wir können nicht loslassen.

Wie oft wolltest du für einen Moment innehalten und fandest dich mit deinem Smartphone in der Hand wieder? Selbst wenn du dich zu entspannen scheinst, ist dein Gehirn in Wirklichkeit sehr aktiv bei diversen Aktivitäten. Du lässt also Spannungen nicht los.

Die Kunst des Nicht-Handelns. Im Taoismus wird dieses Konzept (nicht tun, nicht handeln) mit wu wei identifiziert, nicht mit dem Konzept der Faulheit zu verwechseln, sondern sich der Wichtigkeit bewusst sein, loszulassen.

Dies bringt uns sofort zurück zum Wasserelement und seinen Eigenschaften von Festigkeit, Flexibilität, Anpassungsfähigkeit.

Schon heute beim Ausrollen der Matte versuchen wir loszulassen.

Lasst uns den Körper entspannen, tiefer und bewusster atmen, uns nicht an Haltungen klammern, auch wenn wir bestimmte Asanas lieben, erlauben wir uns, unsere Praktiken zu variieren.

Loslassen lernen ist, wie wir eingangs gesagt haben, eine Kunst, die erlernt, entwickelt und in unser tägliches Leben integriert werden kann, um besser zu leben. Die Dichterin, Lehrerin und Trainerin Safire Rose drückt dieses Konzept mit Klarheit und grosser Sensibilität in dem Gedicht

"She Let Go" aus:

Sie liess los.

Ohne einen Gedanken oder ein Wort liess sie los. Sie liess die Angst los.

Sie liess Urteile los.

Sie liess die Verwirrung der Meinungen los, die um ihren Kopf schwärmten. Sie liess die Unentschlossenheit los.

Sie liess alle "richtigen" Gründe los. [...]

Ohne Anstrengung. Ohne zu kämpfen. Weder gut noch schlecht.

Es war, was es war, und das ist es, was es ist. Im Raum des Loslassens lässt sie alles sein.

Ein kleines Lächeln erscheint auf ihrem Gesicht. Eine leichte Brise weht durch sie.

Und die Sonne und der Mond scheinen immer.

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